Martina Prutscher ist eine vielseitige Percussionistin und angesehene Dozentin auf dem Gebiet der
afro-cubanischen Percussion. martinaprutscher

Als Autorin machte sie sich 2004 einen Namen. Ihr im DUX-Verlag erschienenes Conga Buch gewann ein Jahr später den Musikeditions Preis. Auch als Live- und Studio-Musikerin ist sie eine gefragte Kollegin. Neben Conga und Djembe spielt und lehrt sie auch Cajón.

 

Exklusiv Interview mit Martina Prutscher

Crystal_Clear_app_kuser1.Cajonmania [CM]  Martina, wie und wann bist du zur Musik gekommen?


Martina Prutscher [MP]: Ich stamme aus einer Familie in der Musik eine große Rolle spielt und habe meine ersten musikalischen Schritte recht früh gemacht.

Crystal_Clear_app_kuser2.CM: Auf welchem Instrument hast du angefangen?


[MP] Im Alter von sechs Jahren begann ich Blockflöte zu spielen, mit Sieben kam Gitarre dazu und mit Acht dann Klavier. Diese Instrumente spielte ich während der Schulzeit unterschiedlich intensiv und mit wechselnder Begeisterung.

Crystal_Clear_app_kuser3.CM: Was brachte dich letztendlich zur Percussion und Cajón?


[MP] Irgendwann entdeckte ich die Congas, die mich magisch anzogen. Diese Instrumente wollte ich unbedingt kennen lernen. Damals studierte ich bereits Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in München und war eigentlich in eine ganz andere Richtung unterwegs. Aber die Faszination für Percussion hatte mich gepackt und so begann ich, parallel zum Kunststudium die Ausbildung an der Latin Percussion School. Beides schloss ich mit Diplom ab und entschied mich dann erstmal für die Musik.

Percussion bedeutet in den seltensten Fällen nur ein einziges Instrument zu spielen. Bei mir war die Entwicklung von der Conga ausgehend zu den anderen afro-cubanischen Instrumenten Bongos und Timbales, dann kamen die afro-brasilianischen (Surdo, Snare Repique, Pandeiro, etc.) dazu. Außerdem war ich in West-Afrika und beschäftige mich mit Djembe und Basstrommeln.

Stilistisch gehen die Bands mit denen ich unterwegs bin oft in Richtung Pop, Funk, Jazz, Soul, etc. Da ist das Cajon die perfekte Wahl. Es können Schlagzeug-Grooves adaptiert oder eine ganz eigene Mischung aus Drum- und Percussion-Patterns gespielt werden.

Crystal_Clear_app_kuser4.CM: Wie würdest du deine Art Musik zu machen beschreiben und durch was und wen wurdest du beeinflusst?


[MP] Ich habe mich intensiv mit den verschiedenen Traditionen auseinandergesetzt und bin immer wieder begeistert vom musikalischen Reichtum und der Komplexität. Das ist sehr inspierierend. Genauso viel Spaß macht es aber auch, selbst kreativ zu sein und Neues auszuprobieren und zu experimentieren, was in der jeweiligen musikalischen Situation das Richtige ist.

Crystal_Clear_app_kuser5.CM: Du lehrst ja auch sehr viel, wie gehst du dabei vor? Was ist dir dabei besonders wichtig?


[MP] Ich habe kein Standardprogramm durch das alle durch müssen ... Vielmehr versuche ich die Schülerinnen und Schüler ganz individuell zu unterstützen und sie als Coach zu begleiten.

Sehr wichtig ist ein guter Sound, der natürlich an eine gute Technik gekoppelt ist, sowie eine solide Basis und auch ein bestimmtes theoretisches Grundwissen. Jede und jeder wird einen eigenen Weg gehen und je besser die Ausgangsposition ist, desto souveräner wird man sich in den unterschiedlichsten musikalischen Stilistiken zurechtfinden.

 Crystal_Clear_app_kuser6.CM: Djembe und Conga sind vom Sound her eher trocken.martinaprutscher2
Welchen Sound bevorzugst du beim Cajón
?

[MP] Ich stehe auf einen fetten, bassigen und druckvollen Sound.

Crystal_Clear_app_kuser7.CM: Kombinierst du das Cajón auch mit anderen Instrumenten?
Wenn ja, mit welchen?

[MP] Oft spiele ich eine Kombination von Percussion-Instrumenten und für jede Band sieht mein Set-up etwas anders aus. Bei kleinen, eher akkustischen Besetzungen habe ich z.B. ein Cajon mit Side-Kick und Heck-Stick, Congas, Fuß-Cowbell, Hi-Hat sowie Splash-Becken und verschiedene Small-Percussion Instrumente dabei.

Crystal_Clear_app_kuser8.CM: Welchen Einfluss hat die Musik auf dein tägliches Leben?


[MP] Gute Frage. Ich empfinde es immer noch als Privileg, mich jeden Tag mit Musik befassen zu können und bin glücklich darüber, das zu tun, was mir Spaß macht.

Crystal_Clear_app_kuser9.CM: Hast du einen speziellen Tipp für Leute die Cajon spielen lernen möchten
oder gerade damit angefangen haben?

[MP] Noch nie zuvor gab es so eine Fülle von Informationen wie sie das Internet bietet - und jedes Jahr erscheinen neue, tolle Lehrbücher. Es ist inzwischen einfach geworden, sich von diesem reichhaltigen Angebot auszusuchen, was einen am meisten anspricht. Natürlich geht nichts über guten, qualifizierten Unterricht, der immer wieder motiviert und neue Herausforderungen stellt.

Crystal_Clear_app_kuser10. CM: An welchen Dingen arbeitest du aktuell?
Projekte, Studioarbeit, Workshops, etc.?

[MP] Ich arbeite im Augenblick an meinem eigenen Projekt, einem Percussion Walking Act, habe verschiedene Bands bei denen ich entweder fest oder als Gastmusikerin mitspiele. Ich arbeite mit einem DJ zusammen, halte meine Schule, die Percussion Factory am Laufen und gebe demnächst ein paar Workshops auf dem Tollwood in München und dem Lilalu-Sommerfestival. Und ich sammle Ideen für ein neues Percusssionbuch.

11. CM: Vielen Dank Martina für dieses Interview.



chardevicemehr Informationen zu Martina Prutscher findest du auf ihrer Webseite Percussion Factory

Martina Prutscher´s - Conga-Buch: Ein umfassendes Werk für Anfänger & Fortgeschrittene (DUX-Verlag)

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