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Berichte & Interviews
Markus "Marcito" Ostfeld ist ein junger aber extrem vielseitiger Drummer und Percussionist und als Endorser u.a. für Klanginitiative und Rohema Percussion unterwegs. Er ist ein Vollblutmusiker der für die Musik lebt, aber auch Business-Man der Kontakte pflegt, sein eigenes Studio aufbaut und fremdproduziert. Im Cajonmania Interview erzählt "Marcito" wie er all das unter einen Hut bringt.
Interview mit Markus "Marcito" Ostfeld
1.Cajonmania [CM] Markus, in wenigen Worten: Wann hast du die Musik für dich entdeckt und vor allem die Percussion?
Bei wem hast du gelernt und wer hat dich inspiriert?
Markus Ostfeld [MO]: Die Musik begleitet mich seit meiner frühesten Kindheit. Mein Vater spielt seit über 35 Jahren Bass in einer Coverband und ich war bereits als Kleinkind bei vielen seiner Konzerte. Es gibt da sogar noch Fotos, wie ich mit einer Spielzeuggitarre mit auf der Bühne stand. ;-) Allerdings war die Gitarre nie wirklich eine Option. Laut meinen Eltern bin ich nach einem Gig immer heimlich zum Schlagzeug geschlichen, um mich daran auszutoben. Die logische Konsequenz konnte also nur sein, mir dann zu Weihnachten ein Kinderset zu schenken.
2.CM: Wie bist du auf Cajones gekommen?

[MO] Bevor ich mich auf die Percussion spezialisiert habe, gab es immer mal Gelegenheiten, bei denen ich ein paar Schlagzeug Grooves auf der Cajon gespielt habe. Meist bei irgendwelchen Unplugged Sessions oder so. Erst als ich mich dann intensiv mit der cubanischen Musik auseinander gesetzt habe, tauchte die Cajon dort wieder als traditionelles Instrument in der Rumba Cubana auf. Das hat mich natürlich brennend interessiert und zu der Zeit begann auch der endgültige Boom was die Cajones in Deutschland anging.
Ich habe mir zu Beginn erstmal eine Einsteiger Cajon von Meinl gekauft, später eine von Sonor. Als ich mich dann aber immer mehr mit der Materie vertraut gemacht hatte, brauchte ich dringend neue Instrumente aus dem Profi Segment. Auf der Musikmesse Frankfurt begann ich dann eine große Testaktion und spielte so ziemlich jede Cajon auf dem Gelände an. Dabei ergab sich dann ein sehr nettes Gespräch mit Markus Meyer von Klanginitiative. Seine Cajones hatten mir ausgesprochen gut gefallen und eine Zusammenarbeit war wohl auch für ihn ganz interessant. So bekam ich ein paar Wochen später meine erste Klanginitiative Cajon und arbeite seitdem intensiv als Endorser mit der Firma zusammen.
3.CM: Du hast ja maßgeblich den ersten CMS Drumday mitorganisiert und gestaltet. Wie kam es zu der Idee?
Wirds bald mehr von dir in dieser oder anderer Form geben? Ein Lehrwerk oder anderes Projekt?
[MO] Die Idee zum 1. CMS Drumday entstand bei einem gemütlichen Kaffee mit den beiden Jürgens von CMS MUSIC EQUIPMENT Duisburg. Wir arbeiteten schon seit einiger Zeit auf verschiedenen Gebieten zusammen und Jürgen Jr. begleitete mich als Drum Tech zu dem einen oder anderen Drum Festival. An diesem Morgen beschwerten wir uns darüber, dass es bei uns im Ruhrpott noch keine solche Veranstaltung gibt. Da kam mir spontan die Idee, ein eigenes Festival zu organisieren. Die Jungs und Mädels von CMS fanden die Idee gut und hatten zufällig auch die passende Location parat. Am gleichen Tag begannen wir mit der Planung für die Erstausgabe Anfang 2010.
Nachdem wir diese nun mit großem Erfolg hinter uns gebracht haben, haben wir nun bereits mit der Vorbereitung für Februar 2011 begonnen. Da wird es einen 2. CMS Drumday geben. Mehr wird aber noch nicht verraten. ;-)
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| Markus auf dem CMS Drumday | Stand von Klanginitiative 2009 |
[MO] Ich freue mich sehr über die Entwicklung und Verbreitung der Cajon in Deutschland und natürlich auch darüber hinaus. Vielleicht ist nicht jedes neue Modell unbedingt sinnvoll gestaltet, aber solange die Branche immer wieder mit neuen Ideen kommt, bricht auch die Popularität dieses wunderschönen Instrumentes nicht ab. Meine liebste Weiterentwicklung im Bereich Cajones sind die eingebauten Mikros oder sogar Tonabnehmer. Wenn man viel auf Tour ist, machen sie sowohl dem Künstler als auch dem Tontech das Leben deutlich leichter. Da gibt es kaum noch fiese Rückkopplungen und Soundchecks sind schnell abgehakt.
5.CM: Ein Musiker kann ja heutzutage leider nicht nur Musik machen. Welche anderen wichtigen Aufgaben und Bereiche beschäftigen dich täglich um Engagements, Konzerttermine, etc zu organisieren?
[MO] Das wichtigste Kriterium, um als Musiker bestehen zu können ist neben dem musikalischen Können die Kontaktpflege. Ohne Kontakte geht nichts! Da verbringt man schonmal einen halben Tag nur am Telefon, bei MySpace oder schreibt eMails an die lieben Kollegen, Veranstalter, Musikgeschäfte, etc. Mit das aufwändigste ist dabei wahrscheinlich die Planung einer Workshop Tournee. Die einzelnen Locations einfach nur zu booken ist eine Sache, so eine mehrwöchige Tour dann auch noch in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen die andere und noch mal deutlich kompliziertere.
Keiner will von München nach Hamburg und wieder zurück nach Stuttgart fahren..... ;-) Um neue Musiker kennen zu lernen, Kontakte zu pflegen oder Gig Angebote zu bekommen, zählt aber nach wie vor: Spielen, spielen, spielen! Lass dich auf so vielen Sessions wie nur eben möglich blicken, spiel ein paar Nummern mit, komm mit den anderen ins Gespräch und ergänze dein Telefonbuch. Das bringt dir die meisten Kontakte und die Leute sehen direkt, ob du spielen kannst oder nicht. Am Telefon oder in einer eMail kann man viel behaupten, aber live vor Ort präsentiert man sich mit dem was man wirklich kann und lernt auch die Kollegen auf diese ehrliche Weise kennen. Außerdem bin ich Musiker, weil ich Musik machen will! Am besten 24 Stunden am Tag! Also ist es doch selbstverständlich, jede sich bietende Möglichkeit dafür zu nutzen.
6.CM: Hast du ein paar coole Tipps für Cajon-Anfänger?
Worauf sollten diese beim Cajon spielen achten?
[MO] Natürlich kann man mit einer Cajon einfach nur Spaß am Lagerfeuer haben. Aber wer mehr aus diesem Instrument heraus holen möchte sollte besonders am Anfang auf die richtige Technik und logische Handsätze achten. Am besten erlernt man das immer noch durch Unterricht oder das Besuchen von Workshops. Auch sollte man sich nicht die billigste Cajon kaufen, damit wird man nicht lange Spaß haben. Ab ca. 100 Euro bekommt man aber schon sehr brauchbare Instrumente und glaubt mir, sie sind es Wert!
7.CM: Wie klingt für dich das "perfekte Cajon"?
Welche Eigenschaften muss es mitbringen?
[MO] Die "perfekte" Cajon gibt es - glaube ich - nicht. Es kommt immer darauf an, wofür du es einsetzen möchtest. Wenn ich Drum Grooves spielen möchte brauche ich knackige Snare Sounds und fette Bässe. Letztere mit möglichst wenig Snare Anteilen.
Für traditionelle cubanische Rumba brauche ich Cajones ohne Snare oder Saiten. Die Salidor ganz normal zum "drauf sitzen", Tres Golpes und Quinto eher zum "zwischen die Beine klemmen", in Conga ähnlicher Bauform. Bei allen dreien kommt es vor allen auf einen sauberen Ton und natürlich den tonalen Abstand an. Sehr gerne jeweils eine Quinte Abstand. Es kommt also immer ganz auf das Einsatzgebiet an, welche Cajon ich bevorzuge.
8.CM: Frei raus: Welche Cajon Anbieter sind cool?
Mit welchen Kisten spielst du bei deinen Auftritten?
[MO] Am besten gefallen mir natürlich die Instrumente von Klanginitiative, sonst würde ich auch nicht so intensiv mit denen zusammen arbeiten. Ich liebe meine Signature "Elitaer" in British Racing Green in der Studio Version mit eingebauter Grenzfläche. Aber auch die Popular mit ihren zwei Schlagflächen (mit und ohne Snare) setze ich sehr gerne ein. Und natürlich das Cube Kit, die perfekte Kombination aus Cajon und Schlagzeug. Das Set klingt sehr ausgewogen und kommt immer wieder bei größeren Unplugged Gigs zum Einsatz. Aber auch auf der Agora Stage der Musikmesse Frankfurt habe ich es schon voll mikrofoniert gespielt. Das Teil hatte einen wahnsinnig großen Sound!
9.CM: Ergänzt du das Cajon im Set auch mit anderen Instrumenten?
[MO] Ja, das mache ich sehr gerne, wie du ja von den "Cajon Grooves der Woche" schon weißt. Ich experimentiere immer wieder mit neuen Kombinationen. Eine Hihat oder einen Shaker mit dazu zu nehmen ist ja fast schon selbstverständlich. Interessant finde ich aber auch diverse Fußpedale mit Schellenkränzen oder gedämpften Cowbells, Darajones, Darboukas, Bongó, Caxixis, usw. Die Liste ist nahezu unendlich. Je nach Kombination fordert es eine ganz interessante Unabhängigkeit und bietet viele tolle Groove Möglichkeiten.
10. CM: Wenn du einen Wunsch frei hättest in Punkto Cajon:
Gibts da etwas, dass dir schon immer fehlt oder das du gern hättest?
[MO] Ich bin immer noch auf der Suche nach den perfekten Rumba Cajones.
Ich arbeite aber auch schon fleißig mit Markus Meyer daran eben diese Lücke zu schließen ;-)
11. CM: Markus: Lieben Dank für dieses ausführliche und offene Interview.
Hast du zum Abschluss noch eine Meinung bzw ein Statement zu Cajonmania?
[MO] Nichts zu danken!
Ich danke dir für diese tolle informative und immer wieder hoch interessante Seite zum Thema Cajon. Die Cajon ist eines der vielseitigsten und interessantesten Instrumente der Welt!
Super, dass Cajonmania einen guten Teil dazu beiträgt, die Cajon noch populärer zu machen.
Die Seiten sind informativ, lehrreich und immer auf dem neusten Stand. Weiter so!
mehr Informationen zu Markus "Marcito" Ostfeld findest du auf seiner Webseite cajonist.de
Markus Ostfeld auf YouTube | CMS Drumday - jährliches Festival | Cajon Workshop mit Markus bei CMSME
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