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Die gute Nachricht: Sabian Cymbals weitet sein Portfolio um Cajones aus - Die Schlechte: Die traditionellen Marken Gon Bops und aTempo aus Peru werden monopolisiert und nun über exklusive Distributionskanäle in Europa vertrieben.
Im Business wird eifrig gedealt: DW Drumworkshops verkauft die Marke Gon Bops an Sabian Cymbals. Dahinter steht der bekannte Percussionist Alex Acuna, der widerum über aTempo aus Peru seine Finger an der Weiterentwicklung der modernen peruanischen Cajon hat(te). Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, übernimmt Sabian die gesamte Produktlinie und damit die Preisgestaltung und Vermarktung aller Gon Bops und aTempo Produkte. Im Gegenzug stellt Sabian seine Distributionskanäle zur Verfügung.
Sabian = GonBops u aTempo
In der Konsequenz bedeutet der Deal, dass das peruanische Cajon in Europa geringe Chancen auf Weiterentwicklung hat. Sabian bestimmt über Qualität, Preise, Portfolio und beschränkt den Vertrieb der traditionellen aTempo Cajones über Alex auf Peru. Damit sind bisherige Endorsements und der Vertrieb über Reseller, die es aktuell schon in Lima, Kanada, Frankreich und Deutschland (zB jüngst im Cajon-Shop gelistet) gab hinfällig.
Cajonmania´s Einschätzung: Es wird schwer für Sabian
Ohne Frage sind peruanische Cajones sehr speziell und einmalig in ihrer Verarbeitung, Erscheinung und im Klang. Sie sind etwas Besonderes für Kenner und damit alles andere als ein Schnäppchen. In Deutschland damit aber klar ein Nischen-Produkt in einer Nische.
Hierzulande setzen Musiker zwar vermehrt auf Cajones, bevorzugen aber immer öfter den typischen Drumsound mit punchigem Bass und prägnanter Snare.
Das spiegelt sich im Cajon - Angebot wider: Alle relevanten Marken gehen auf Snare-Teppiche und furnierte Schlagflächen. Auf der anderen Seite setzt sich das "Flamenco-Cajon" mit Schnarrseiten immer mehr durch. Grob teilt sich der Markt horizontal also in Drum-like und Flamenco-like Cajones die von kleineren Nebenzweigen wie den Bongo-Cajones, dem Cube-Kit oder der kubanischen Bass-Cajon begleitet werden. Um das bislang in Europa noch etwas verschmähte Cajon ohne Schnarreffekt für eine relevante Masse zu etablieren, bedarf es schon einiger Distributions- und Marketing-Power - am meisten aber einem tiefen Verständnis für die Kultur und die Geschichte der traditionellen Cajon.
Meine persönliche Meinung: Hier stirbt etwas, bevor es in Europa überhaupt richtig Fuß fassen konnte. Peruanische Cajones leben durch ihre Geschichte und Kultur, durch die Menschen die sie kennen, vermitteln, leben! Diese Kultur gilt es durch ihre Botschafter wie Rafael Santa Cruz oder Camillo Rodriguez erst einmal zu verstehen. Die wunderbaren Dokumentationen und Cajones von Paolo De Gregorio zeigen, wie man zum Beispiel in Italien wunderbare Cajones in dieser Tradition und mit dem richtigen Verständnis bauen kann. Es braucht ein langsames, natürliches Wachstum im Dialog und der Förderung der traditionellen Musik und ihren Musikern. Ich hoffe inständig, dass Sabian sich seiner Verantwortung gegenüber diesem Kulturgut bewusst ist.
mehr Infos: Sabian Cymbals | aTempo Peru | DW Drums | Gon Bops
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