cajon selber bauenEin Cajon bauen ist leicht – wenn du die richtigen Kniffe kennst, das passende Material hast und die folgenden Tipps beachtest.

10 Tipps zum Cajon selber bauen

Tipp 1: Kenne die Kiste
Wenn du dir dein eigenes Cajon bauen möchtest ist ein wenig Vorwissen nicht verkehrt. Der Korpus einer Cajon ist ein Quader aus Holz. Vorn eine dünne, sogenannte Schlagplatte für die Hände, hinten eine sogenannte Resonanzplatte mit ausgesägtem Schallloch. Du sitzt auf der Kiste und bespielst sie mit den Händen von oben.

Tipp 2: Klangerzeugung
schlagwerk-cba2-sDie Schlagplatte funktioniert wie eine Membran. Haust du in die Mitte, erzeugst du einen tiefen Ton, je höher du am Rand oben schlägst, desto höher und kürzer der Sound. Die Randtöne der Cajon werden gern um einen Snare- oder Schnarr-Effekt ergänzt. Dies erreichst du in den gängigen Bauweisen mit von innen anliegenden Gitarrenseiten oder einem Snare-Teppich.

Tipp 3: Stabil bauen geht so
Das Cajon wird nachvollziehbar auch „Sitzkiste“ genannt. Damit der Korpus dein Gewicht trägt musst du das baulich berücksichtigen: Die Sitzfläche steht über den Seitenflächen, liegt also auf! Gleiches machst du für den Boden. Ist einfach umzusetzen, Sitzfläche und Boden haben die gleichen Maße. Ist das Korpusmaterial zu dünn gewählt, sorgt ein mittig stehender Holm von unten nach oben für zusätzliche Stabilität.

Tipp 4: Richtige Materialwahl
Beim Cajon Eigenbau kommt es auf die richtige Materialwahl und –stärke an. Das Cajon soll stabil sein, aber auch gut klingen ... und dazu muss der Korpus resonieren. 3 cm dicke Tischlerplatte brauchst du definitiv nicht! Die zwei Seitenwände, Boden sowie Sitzfläche sollten zwischen 10 und max. 15 mm dick sein. Nicht mehr, nicht weniger! Geeignetes Material ist zB Multiplex-Furnier Birke / Birkensperrholz. Die Rückwand mit dem Schallloch dünner: 8 bis 10 mm genügen. Die Schlagplatte ist perfekt in sogenanntem Flugzeugsperrholz in 2,5 bis max 3,5 mm Stärke.

Tipp 5: Schlagplatte schrauben oder leimen?
Ob du die Schlagplatte komplett umlaufend mit dem Korpus verschraubst oder nur den Teilbereich in dem du spielst und den Rest auf den Korpus leimst, bleibt dir überlassen. Beim Selbstbau Cajon wirst du klanglich kaum einen Unterschied hören. Es ist eher eine Sache der Zeitersparnis und Bequemlichkeit. Teilverleimen geht natürlich fix und du sparst ein wenig Material, da du für die Verschraubungen innen noch einmal Vierkantleisten aus Kiefer oder ähnlichem einleimst, damit du die Schrauben nicht durch den Korpus ziehst. Wenn du da ohne Vorbohren einschraubst, spaltest du deine Seitenwand und das sieht nicht nur bescheiden aus, es wird immer mehr reißen.

Andererseits hast du beim kompletten Verschrauben der Schlagplatte den Vorteil, dass du jederzeit bequem an das Innere kommen kannst. Gitarrenseiten und Snare-Teppiche halten nicht ewig ihre Spannung – du kannst sie jederzeit tauschen, was bei einer verleimten Fläche nur schwer bis gar nicht möglich ist.

Tipp 6: Schallloch Größe und –Form
Einfache Faustregel: Mach das Schalloch bei Standard-Cajon Größe (und das wäre inetwa 30 x 30 x 47 cm BTH) so groß wie ne CD-Scheibe. Zwischen 10 und 12 cm Durchmesser.

Rund ist einfach, aber nicht zwingend notwendig. Sehr schön ist zB eine „Blume“: Nimm einen Lochbohrer (zwischen 5 und 8 cm) und bohre versetzt vier sich überschneidende Löcher nebeneinander. Auch andere Formen sind denkbar. Beachten solltest du nur – ist das Schallloch zu klein, ist wenig zu hören. Ist es zu groß, geht dir Punch, Schalldruck verloren. Klanglich verhält es sich so: Kleineres Schallloch tonal tiefer aber auch dumpfer. Größeres Schallloch tonal höher aber auch offener, weiter.

Tipp 7: Schallloch Position
Einen Einfluss auf den Sound hat auch die Position des Schallochs. Liegt es zB exakt in der Höhe, in der du mit den Händen den Bass spielst, kann der Schall ungehindert und -reflektiert nach hinten raus. „Bumm – raus!“ Umgekehrt hast du etwas mehr Resonanz und Sustain, wenn du das Loch zB leicht nach oben oder unten versetzt.  Um nicht zuviel Sustain und damit einen lang anhaltenden, matschigen Bass zu haben empfiehlt es sich, um das Schallloch herum in Dreiecksform Leisten zu kleben. Damit schwingt nicht auch noch die dünnere Rückwand endlos lang. Der Effekt ist dann etwa so: „Bumm – Rückwand ... Front ... und raus!“

Tipp 8: Teppich oder Gitarrenseite?
Vom baulichen Aufwand her ist ein Snare-Teppich einfacher. Du kannst dir einen preiswerten Teppich kaufen (zwischen 3 und 6 Euro reicht) und diesen entweder längs zur Schlagplatte in einem Stück spannen bzw. verschrauben. Du kannst den Teppich halbieren, sprich exakt in der Mitte durchschneiden und die beiden Hälften auf eine Dreiecksleiste schrauben und diese dann mit dem Korpus verleimen. Wichtig ist nur, dass ein möglichst großer Teil des/der Teppiche plan an der Schlagfläche anliegt.

Bei der Verwendung von Gitarrenseiten (die dicken, tiefen 2 Mal bitte: „E“ oder „A“!)  musst du diese spannen können. Dazu brauchst du zum einen Spannschrauben (M5 Gewindeschraube 5 x 30 mm) und M5 Einschlagmuttern die auf eine Spannleiste (eigentlich ein Holm vom Boden bis zur Decke) mit Quertraverse montiert werden.  Diese Variante verlangt mehr bauliche Sorgfalt und erzeugt bei Patzern mehr Stör- als gewünschte Schnarr-Geräusche.

Tipp 9: Das richtige Werkzeug
Du brauchst nicht viel und auch nicht sehr teures Werkzeug um dein eigenes Cajon zu bauen. Aber es sollte von guter Qualität sein! Um das Schallloch  auszusägen eine Stichsäge oder Bohrmaschine mit Lochbohrer-Aufsatz. Zum Eindrehen der Schrauben einen guten Schraubendreher oder Akkuschrauber evtl. mit Bit-Aufsatz. Zum Vorbohren der Löcher einen 2-3 mm Holzbohrer. Für die Schleifarbeiten, wenn deine Kiste im Rohbau fertig ist, einen Schleifklotz (Holz oder Kork) und Schleifpapier in 80er, 100er, 120er Körnung oder einen Schwing-, besser noch Delta-Schleifer mit Staubabsaugung. Bleistift und Meterstab (Berliner sagt „Zollstock“) hast du sicher. Mehr brauchst du an sich auch nicht um dein Cajon fertig zu stellen. Alles andere ist bereits Luxus.

Tipp 10: Finish – wenigstens Lack oder Wachs
Wenn dich der Anblick deiner geschliffenen Rohbau Holzkiste nicht stört kannst sie lassen, wie sie ist. Schöner und professioneller wirkt ein Finish mit einem Holzwachs oder Lack. Wenn du beizen magst, dann  erst die Einzelteile beizen, zusammenbauen, schleifen, Finish!

Ein Wachs oder Lack auf der Schlagplatte macht das Holz glatter – fühlt sich beim Spielen besser an. Aber drauf achten: Dein Po und die Hände erzeugen Abrieb auf den Flächen. Für entsprechende Anstriche verwendest du am besten Kinderspielzeug-Farben (oder wie nennt man das Zeug?).

Das waren meine 10 Tipps zum Cajon selber bauen. Es gibt freilich noch mehr – diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Cajon Forum werden dir alle weiteren Fragen zum Cajon bauen und verschönern beantwortet. Wir freuen uns auch über deine Bau-Erfahrungen und –Anregungen.

Tipp: Wenn´s mit dem Cajon bauen garantiert und flink klappen soll, ist ein Bausatz aus dem Fachhandel eine gute Wahl. Ob nun Schlagwerk, baff oder Sela Percussion bleibt dir überlassen, die entsprechende Auswahl findest du hier.