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Cajones & Percussion
Es muss nicht immer Schlagwerk und schon gar nicht Fernost sein: Das De Gregorio Kiyo ist ein preiswertes Einsteiger-Cajon mit Schnarrseiten für knapp 100 Euro. Und kein schlechtes.
String Cajon DG Kiyo
Aus Italien kommen nicht nur teure Sportwagen sondern auch preiswerte (und gute) Cajones. Paolo De Gregorio fertigt seit 2002 Cajones nach dem Maßstab „Quality and Culture“. Aus der kleinen Garagenbude wurde innerhalb von drei Jahren eine moderne Fertigungs-Werkstätte die mittlerweile Deutschland, Spanien, Italien, Holland, Japan und UK beliefert.Etwa acht Cajon-Modelle bietet DG an, von denen das Modell Kiyo das Portfolio als Einsteiger-Cajon nach unten abrundet. Knapp 100 Euro kostet die Kiste mit Pappel-Korpus, Birken-Rückwand und Okumen-Schlagplatte, die ihren Snare-Effekt über stimmbare Gitarrenseiten erzeugt. Die Sitzfläche zeigt zwei sichtbare Schrauben. Das rührt daher, dass sich die Seiten, die oben und unten über Traversen gespannt und im Innern mit Schlossschrauben fixiert sind, komplett tauschen lassen, wenns mal nötig ist. Du wirst das selten machen, aber allein die Option zu haben ist ein kleiner Vorteil gegenüber Cajones mit verleimten Schlagflächen, bei denen sich nichts wechseln oder tauschen lässt.
Verarbeitung anstandslos
Für ein preiswertes Cajon in der Einsteiger-Klasse ist die DG Kiyo gut verarbeitet. Insbesondere im Vergleich zu manchen Fließband-Kisten aus Fernost, bei denen man sich fragt, ob´s überhaupt in Holz gemacht ist. Sitzfläche und Schlagplatte sind schön abgerundet, alle Schrauben sauber versenkt, das Schallloch rundum geschliffen. Die angeschraubten Gummi-Standfüße könnten einen Tick höher sein und etwas weiter innen liegen, die Schlagplatte ein wenig glatter – aber das sind nur Details. In Anbetracht des Preises muss man neidlos anerkennen, dass DG trotz engsten Budgets ein Maximum an machbarer Qualität bietet.Zur Cajon gibt es übrigens ein mehrsprachiges Begleit-Heft, das die Grundschläge anschaulich zeigt, den Austausch der Seiten verständlich erklärt sowie einige Grooves bereit hält, die du allerdings nur nachspielen kannst, wenn du bereits Noten lesen kannst.
Kann sich wirklich hören lassen
Die zur Hälfte verleimte Schlagfläche in Kombination mit den verwendeten Holzarten und den sauber abgeklebten Snare-Seiten (je eine Links und Rechts) ergibt einen recht tief tönenden Bass mit kurzem Sustain der sauber vom Ton getrennt ist. Dieser klingt ebenso kurz und knackig bei mittlerer Ansprache. Ein kleines bisschen Kraft und Präzision braucht es zB für saubere Fingerrolls und Akzente. Slaps und Claps lassen sich mit schön holziger Note spielen und setzen sich prima von den anderen Grundschlägen ab. Wenn du die Schlagplatte mit der Ferse abdämpfst, kannst du weitere schöne Nuancen herausarbeiten. Alles in allem muss man schon sagen: Hut ab! Die DG Kiyo überrascht mit einem für ihre Preisklasse guten Sound . Sie eignet sich gut für HipHop, Funk und Latino-Grooves. Bei Rock, Pop und Blues brauchts etwas mehr Punch und Rohheit um wirklich überzeugend zu klingen.Cajonmania Fazit:
Die De Gregorio Kiyo ist gutes Einsteiger-Cajon zu einem mehr als fairen Preis. Gute Verarbeitung, stimmbare und austauschbare Seiten, überraschend guter Klang. Ein klarer Kauftipp im unteren Preissegment.
Alternative: Das gern gekaufte Schlagwerk CP 404 geht klanglich noch etwas mehr in Richtung Schlagzeug und hat mehr Punch, aber auch Sustain im Bass. Es ist etwa 50 Euro teurer.
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