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Cajones & Percussion
Meinl bietet mit dem Turbo Cajon Red Oak ein nach außen brav wirkendes Kistchen, das einen bereits beim ersten Draufsetzen eines anderen belehrt. Mit heftig klackenden Clap-Cornern, scheppernder Snare und fettem Bass ist es alles andere als eine Kiste für brave Rhytmus-Übungen. Am Turbo Cajon könnt ihr euch kreativ auslassen und mit andersartigen Sounds experimentieren. Obs reicht, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten?
Meinl´s Turbo Cajon misst knapp 50 x 30 x 30 cm (LBH). Der Korpus besteht ebenso wie die Rückwand und Schlagfläche aus Roteiche mit sichtbarer Maserung und matter bis seidenmatt glänzender Oberfläche. Für Bequemlichkeit beim Spiel sorgt ein aufgeleimtes Moosgummi-Polster auf der Oberseite, vier breite und von unten verschraubte Gummifüße geben der Kiste sicheren Halt.
Für Sizzle- bzw. Snare-Sounds sorgt ein breiter Snare-Teppich. Eine Besonderheit sind die ausgeprägten Clap-Corner mit tiefen Einschnitten (von der Seite oder von oben betrachtet), die nach Meinls Angaben "castagnet-like" bespielt werden können. Zur Musikmesse 2009 war das der Jury ein Nominee bei den Mipa Awards in der Kategorie Percussion wert. Gewonnen haben am Ende die LP Legends Congas Joe Madera. Doch zurück zur Turbo Cajon: Die Ecken der Schlagplatte stehen durch diese Einschnitte etwas weiter vom Cajon-Korpus ab als das normalerweise der Fall ist. Sie sind zusätzlich mit Holz verstärkt und von innen mit runden Kunstoff-Pickeln beklebt, wodurch sehr helle, deutlich zu hörende Klack-Sounds entstehen. Der Snare-Teppich im Innern der Cajon liegt auf ganzer Breite an und lässt sich durch Abkleben mit Tape nach Gusto dämpfen. Auf dem Boden der Cajon liegt eine Schaumstoff-Matte, die dem Bass ein wenig die Wucht nehmen soll.
Wild, laut und voluminös
Im Auslieferungs-Zustand klingt das Cajon ungewohnt schrill, Bass und Snare tönen laut und voluminös und sind nicht klar voneinander getrennt. Das ist beabsichtigt und gleitet nicht ins Extrem, wenn man die Schlagkraft auf der recht weichen Schlagfläche ein wenig zügelt. Das Turbo-Cajon eignet sich prima für Bolero- oder Marching-Sounds in Kombination mit Fingerrolls. Wer in Richtung Rock geht, kommt da eher in Richtung Heavy-Rock, denn der Bass ist ebenso heavy und deutlich zu vernehmen wie die Snare.
Im Auslieferungs-Zustand klingt das Cajon ungewohnt schrill, Bass und Snare tönen laut und voluminös und sind nicht klar voneinander getrennt. Das ist beabsichtigt und gleitet nicht ins Extrem, wenn man die Schlagkraft auf der recht weichen Schlagfläche ein wenig zügelt. Das Turbo-Cajon eignet sich prima für Bolero- oder Marching-Sounds in Kombination mit Fingerrolls. Wer in Richtung Rock geht, kommt da eher in Richtung Heavy-Rock, denn der Bass ist ebenso heavy und deutlich zu vernehmen wie die Snare.
Für meinen Geschmack tönt die Snare für andere Grooves zu sehr mit, weshalb ich den Teppich mit etwas Tape gedämpft habe und den Bass im Spiel mit der Hacke ein wenig von seiner Dominanz nehme. HipHop- und Drum´n Bass Grooves kommen so besser rüber und Akzente lassen sich besser setzen.
Die Clap-Corner sind eine interessante Sache, lassen sich in der aktuellen Ausfertigung und Material-Kombination aber zu wenig dosieren und variieren. Zu den sonst so wilden und andersartigen Sounds der Turbo Cajon wollen die Klacks nicht so recht passen. Okay, es ist auch gemein, dass ich von Oliver Böttger (dogs Percussion), dem Erfinder der "Ears" eine Einzelanfertigung mit eben diesen ausgeprägten Clap-Cornern zum Vergleich heranziehen kann. Aber eben das ist es: Im Vergleich zu einem Pre-Sample mit aufwändiger gestalteten Ears zeigt sich, was man aus der Idee machen kann und wie unterschiedlich die Sound-Ausprägungen dann im Vergleich zu klassisch ausgeführten Clap-Cornern ausfallen. Natürlich darf man an die Serien-Fertigung nicht dieselben Ansprüche stellen wie an die Qualitäten eines Individual-Cajon. Doch ich bin überzeugt, dass bereits kleine bauliche Änderungen an der Turbo Cajon ein wesentlich besseres Gesamt-Klangbild abgeben.
Cajonmania Fazit:
Meinls Turbo Cajon ist ein interessanter Sonderling für Experimentierfreudige im Preisbereich zwischen 180 und 210 Euro. Doch die Auswahl ist in diesem Segment mit Fortgeschrittenen und schlichtweg prominenteren Modellen von z.B. Schlagwerk, Pepote, tres lados, DG bis hin zu Mario Kortes groß. In jedem Fall sollte man das Turbo Cajon Probe spielen und mit anderen Cajons derselben Preisklasse vergleichen.
Meinls Turbo Cajon ist ein interessanter Sonderling für Experimentierfreudige im Preisbereich zwischen 180 und 210 Euro. Doch die Auswahl ist in diesem Segment mit Fortgeschrittenen und schlichtweg prominenteren Modellen von z.B. Schlagwerk, Pepote, tres lados, DG bis hin zu Mario Kortes groß. In jedem Fall sollte man das Turbo Cajon Probe spielen und mit anderen Cajons derselben Preisklasse vergleichen.
Soundfiles zum Meinl Turbo Cajon
(MP3, 256kbit/s, 44,1k - aufgenommen mit Tascam-DR07)
(MP3, 256kbit/s, 44,1k - aufgenommen mit Tascam-DR07)
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