Posted in
Tests -
Cajones & Percussion
Das Pepote Cajon Estudio wendet sich an Aufsteiger und Profis. Es besteht aus einem hellen Birkenholz-Korpus mit einer dunklen Ebony-Schlagfläche mit den Maßen 300 x 285 x 470 mm. Drumport hat das Testmuster in einer passenden Cajontasche geliefert, die bei einem Preis von 359 Euro nicht zum Lieferumfang gehört, aber ein sinnvolles Zubehör für alle mobilen Musiker darstellt.
Erster Eindruck - Verarbeitung
Bereits nach dem Auspacken offenbart sich ein perfekt verarbeitetes Instrument mit einer wunderschönen Optik, die nicht nur das an den Seiten eingebrannte traditionelle Logo ziert, sondern auch kleine Intarsien-Arbeiten auf der Schlagfläche in Diamantform sowie eine umlaufende Leiste auf der Sitzfläche. Die Schlagplatte selbst ist im Gegensatz zu vielen anderen Cajones mit im unteren Drittel verleimten Flächen rundum verschraubt. Die vorderen Kanten zur Schlagplatte sind weiter gerundet als die hinteren zur Resonanzplatte (Easy Curve Corners). Die gesamte Estudio-Cajon ist mit einem glänzenden Klarlackfinish versehen und hat eine angenehm glatte Ebony-Schlagfläche, deren Maserung man aber noch spüren kann. Das Cajon fühlt sich schlichtweg "gut an" und vermittelt ein schönes haptisches Gefühl.
Schöne Konstruktionsdetails
Der Snare-Sound wird durch 2x 6 Snare-Spiralen erzeugt, die von Pepote höchstselbst in Handarbeit gefertigt werden. Mittlerweile bringt er über 17 Jahre Cajonbau-Erfahrung ein, was sich insbesondere in den Details und der Materialwahl bemerkbar macht. Die Snare-Drähte sind wie Gitarrenseiten durchgängig über die Innenseite der Schlagfläche gelegt und werden über vier querliegende Bänder gedämpft. Die Spannung lässt sich für jede Seite über zwei Imbusschrauben am Cajonboden regulieren. Für den Bass-Sound kommt eine Art Bassreflex-System zum Einsatz. Beim Blick in das mit schwarzem Netzstoff bespannte Schallloch erkennt man einen Halbbogen, der von der Sitzfläche bis auf etwa halbe Höhe des Schalllochs reicht.
Thumbs up: Easy Curve Corners
Die obere Kante der Sitzfläche weist zwei kleinere Vertiefungen auf. Diese "Easy Thumb" genannten Mulden sind geniale Merkmale der Pepote Cajones, die dem Instrument nicht nur eine unverkennbare Optik verleihen sondern das Spiel kontrollierter und intuitiver machen. Wie von selbst finden die Finger den richtigen Abstand zueinander und zur Schlagfläche und unterstützen gleichermaßen Schwünge, das Abfedern sowie das dynamische Cajonspiel. Man muss es einfach mal ausprobieren und selbst erfahren. Man gewöhnt sich jedenfalls schnell daran und möchte es bald nicht mehr missen.
Sound: Feinfühlig und jederzeit unter Kontrolle
Ebenso schön wie die Estudio aussieht, spielt sie sich auch: Ihr setzt euch drauf, fühlt euch wohl und genießt vom ersten Augenblick eine ab Werk perfekt abgestimmte Cajon. Hier braucht ihr nichts zusätzlich zu dämpfen oder an der Spannung der Snareseiten zu verändern. Bisher habe ich noch keine Cajon mit einer so feinfühligen und zugleich extrem kontrollierbaren Ansprache der Snare erlebt. Die Kombination aus Birkenholz und Ebony sorgt für ein insgesamt klares und warmes Klangbild, bei dem alle Töne - von Bass über Snare bis hin zu Clap-Sounds wunderbar differenziert ertönen und in der Gesamtheit ein sehr präsentes und in sich harmonisches Klangbild ergeben. Der Bass ist sehr ausgeprägt, drumartig, aber niemals zu dominant. Die Snare in der Ansprache sehr sensibel, so das bereits Fingertipps und -rolls ausreichen. Auf der anderen Seite könnt ihr aber auch agil zu Werke gehen, ohne dass die Snare giftig oder bissig wird. Der Sustain ist extrem kurz und die Klangzone liegt für alle Sounds so weit oben, dass ihr mit Händen und Fingern keine weiten Wege gehen müsst.
Ihr habt somit das ganze Klangspektrum auf relativ kleinem Raum verfügbar und könnt so sehr effektiv und mit perfekter Kontrolle schnelle und dynamische Stücke spielen. Wer gern "draufdrischt" nach dem Motto "laut ist gut" ist bei der Estudio fehl am Platz. Das Cajon ist eindeutig etwas für leidenschaftliche Spieler, die Tempo, Spielweisen und Dynamik variieren. Wer unterschiedlichste Schlagtechniken einsetzt, entdeckt eine Fülle an Klangvariationen die sich mit Einsatz des Fußes auf der Schlagfläche noch ändern lassen. Experimentierfreudige können sich also prima austoben und sind auch nicht auf ein Musikgenre festgelegt. Die Estudio ist für Flamenco- und lateinamerikanische Sounds prädestiniert, klingt z.B. aber auch in HipHop-, Blues-, Rock- und Reggae-Stücken ganz wunderbar. Durch den drumorientierten Sound ist die Estudio durchaus ein Cajon-Allrounder für viele Musikrichtungen.
Test Fazit:
Die von Drumport in Deutschland vertriebene Pepote Cajon Estudio ist ein Instrument, das sich ebenso schön spielt, wie es aussieht. Das Cajon ist für Spieler ideal, die ein harmonisches Klangbild und jederzeit kontrollierbare Sounds schätzen. Ob getippt, geschlagen oder mit Besen bespielt - die Estudio erlaubt variantenreiche und dynamische Performances und gibt sich niemals die Blöße eines unpassenden Sounds. Eine absolute Empfehlung für Fortgeschrittene- und Profi-Cajonisten.
Cajon: Pepote Estudio Cajon
Modellbezeichnung: Estudio
Maße: 47 x 30 x 28,5 cm (HBT)
Schlagfläche: Ebony - Ebenholz 3,5 mm (5 Lagen)
Korpus: Birke (6,5 und 15 mm)
Preis zum Testzeitpunkt: ca. 359 Euro
(günstigster recherchierter Straßenpreis: 359 Euro)
mehr Infos: www.drumport.de
| < Zurück | Weiter > |
|---|




