Ein kompaktes Audio Interface ermöglicht den preiswerten Einstieg in das Recording. Cajonmania gibt Tipps zum Kauf und empfiehlt dir zehn gute Interfaces mit Firewire und USB-Anschluss zwischen 100 und 250 Euro.
Themen Fokus: Audio Interface, Recording, USB, DAW, Cubase, Ableton, Pro-Tools, M-Audio, Line 6, Digidesign, Lexikon, TonePort
Wenn du dich kreativ austoben willst und deine Sessions - allein oder mit der Band - in guter Qualität aufnehmen willst ohne gleich ein ganzes Recording Studio einzurichten, kannst du ganz simpel auf einen Mobilen Recorder (wegen der geringen Grröße gern auch Handy Recorder genannt) zurückgreifen oder mit etwas mehr Möglichkeiten, Anschlüssen und Effekten ein Audio Interface nutzen.
Im einfachsten Fall ist das eine Einbaukarte für den PC mit entsprechenden Anschlüssen und Software. Wenn du weniger Lust auf Kabelpeitschen, Treiber-, Konfigurations-Arien und ewiges “unter dem Tisch-Gekrabbel” hast, bist du mit einem externen Audio-Interface (Audio Device) mit USB oder Firewire Anschluss zwischen 100 und 250 Euro wesentlich flexibler.
Audio Interfaces bis 250 Euro
Diese Ausstattung brauchst du
Externe Audio Interfaces werden über den USB-Port oder ein kleines Netzteil mit Strom versorgt, sind kompakt und robust genug für den mobilen Einsatz. Je nach Bandgröße und abzunehmenden Instrumenten ist die Anzahl der Eingänge wichtig. Für die Abnahme eines Cajon benötigst du je nach Aufnahme-Situation 1 bis 2 Mic-Eingänge, idealerweise nicht in Cinch- sondern achte auf XLR-Ausführung. Das Interface sollte Mikrofon-Vorverstärker mit Phantomspeisung bieten. Eine kleine Kanalzahl bei max 24-Bit Auflösung und 96 KHz Sampling-Frequenz reicht für Aufnahmen in guter Klangqualität fürs Hobby, Demos, etc aus. Sind die Ansprüche höher und damit proffessioneller, solltest du dich Geldmäßig nicht am unteren Ende orientieren, auch wenn manch ein Gerät auf dem Datenblatt mit mehr wirbt. Mittlere Preisklasse und mehr - dafür von einer beliebten Markenfirma wie M-Audio oder Digidesign. Direkt-Monitoring, eine Pegelanzeige für übersteuernde Signale und ein regelbarer, pegelfester Kopfhörer-Ausgang sind ebenso notwendige Ausstattungs-Merkmale.
Wenn du auf die vorgenannten Vorgaben nicht verzichtest, kannst du das Angebot bereits auf vernünftige Audio-Interfaces eingrenzen. Trotzdem kannst du zwischen diversen Anbietern wie M-Audio, Tascam, Alesis, EMU, Line 6, Native Instruments, Digidesign, Lexicon oder Cakewalk wählen. Das Einsteiger-Segment ist heiß umkämpft und soll die verschiedensten Anwender bedienen - man will nicht nur Bühnen-Musiker und DJs bedienen, sondern vor allem Recording-Neulinge gewinnen, die mit zusätzlichen Midi-Controllern, Effekt-Paketen und Einsteiger-Versionen von Cubase, Ableton Live oder den Pro Tools an die Produktlinien gewöhnt werden sollen.
Auf das Zubehör achten
Eigentlich hat jeder Studio-Austatter inzwischen sein Produkt-Roundup sukkzessive nach unten abgerundet, gewissermaßen vom Großen zum Kleinen gehend. Von allen bekannten Herstellern kriegst du inzwischen externe USB- oder Firewire- Audio-Interfaces mit einem bis vier XLR-Eingängen, pegelbarem Kopfhörer-Ausgang und brauchbarem Software-Paket zum fairen Preis. Es lohnt sich, bei den technisch und preislich relativ dicht beieinander liegenden Devices mal genauer auf die Zusatz-Ausstattung zu achten, insbesondere was mitgeliefertes Zubehör und Software-Versionen anbelangt.
Bist du mit der Bedienung und den Tools erst einmal vertraut, kannst du in der Regel innerhalb der Produktpalette prima auf das nächst größere umsteigen oder gar ergänzen. So kommst du Stück für Stück zum eigenen Recording-Studio, in dem sich die Produkte einer Linie ergänzen und du keine Umgewöhnungzeit in Kauf nehmen musst.
Service checken!
Eine gute Übersicht und Auswahl bekommst du bei den großen Versendern thomann oder musicstore. Wenn du dich dort registrierst, kannst du zu den meisten Audio-Interfaces kostenlose Testberichte diverser Fachmagazine downloaden. Neben den reinen Hersteller- und Shop-Beschreibungen hilft das sicher bei der Kaufentscheidung. Sicher hast du auch einen kleineren Musikshop in deiner Nähe, den du auch aufsuchen solltest. In der Regel nimmt sich gerade ein kleinerer Shop mehr Zeit für seine Kunden, denn er braucht euch - und die Preise lassen sich in der Regel ebenso gut verhandeln. Ich habe zB gute Erfahrungen mit Hieber Lindberg in München gemacht: Da wars sogar mal möglich, ein Mik und Interface vor dem Kauf daheim mit meinem eigenen Equipment in Ruhe zu testen. Fragen kost nix und wenn du bei dem Shop öfter mal warst und Umsatz bringst, entwickelt sich ein Verhältnis wie zu deinem Hausarzt.
Bevor du dich festlegst: Wirf unbedingt einen Blick auf die Webseiten des jeweiligen Herstellers! Zu einem guten Produkt gehören aktuelle und gute Webseiten-Services. Schau dir an, ob es alle Handbücher online gibt, wie häufig die Treiber und Zusatz-Tools upgedatet wurden und ob du flink Infos und Antworten zu bestimmten Fragen findest, denn die hast du früher oder später. Blosses Marketing-Geblabber nützt dir da nichts - du brauchst Problemlöser. In diesem Punkt sind die Unterschiede gewaltig! Schau dir z.B. mal den Unterschied zwischen der sachlichen Tascam Produktseite zum US 144 und der von Line 6 zum TonePort UX2 mit Soundbeispielen, Videos, etc. an.
Eine FAQ und ein reges Forum sind wichtige Anlaufstellen für die schnelle Lösung von Problemen und den kreativen Austausch, auch lange nach dem Kauf.
Empfehlenswerte USB Audio Interfaces
Fürs Recording sind folgende Geräte interessant, die meiner Meinung nach ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Ich konzentriere mich bei den Empfehlungen auf das Preissegment zwischen 100 und 250 Euro mit der oben erwähnten Mindest-Grundausstattung.
1. ESI DUAFIRE - ca. 99 Euro
Das ESI mit 24-bit/96kHz ist ein kompaktes Firewire-Interface das eines nicht macht: Stress. Du stöpselst das ESI an deinen MAC- oder Windows-Rechner und los gehts. Es braucht keine separate Treiber-Installation und Software wie Garage-Band und andere erkennen das ESI automatisch. Der Preis ist ebenso einsteiger-freundlich wie die Ausstattung, die für erste Aufnahmen und einfache Arrangements ausreicht. Es gibt 1x regelbaren XLR-Eingang (Stereo) 2x analoge-Ins (2x Mono), 1x Hi-Z Instrumenteneingang, vier analoge Outs. Über einen separaten Mix-Ausgang können Ein- und Ausgangssignale gemonitored werden. Ein 6,3 mm Kopfhörer-Ausgang ist ebenfalls an Bord.
Mehr Infos:
2. M-Audio Fast Track USB - ca. 109 Euro
Der kleinste und jüngste Spross in der großen und durchaus geschätzten M-Audio Welt ist das Fast Track mit 24-bit/48kHz. 1x XLR Mic-Eingang mit Phantomspeisung wird geboten. Eine Gitarre, Bass oder Keyboard kann an die 6,3 mm Klinke gestöpselt werden. Beide Eingänge sind erstmal Mono. Über entsprechende Adapter kriegst aber auch ein Stereosignal rein. Mit praktischen Drehreglern auf der Oberseite pegelst du Eingang, Kopfhörer und Monitor. Mit aktuellen Treibern ist das Fast Track bereits fit für Win 7 und über die mitgelieferte Software Pro Tools M-Powered Essential 8 kannst du dich schon mal an eine hochprofeesionelle und gute Software gewöhnen. Die Essential-Version ist, wie der Name schon vermuten lässt, auf max. 8 Stereo Spuren u. 8 Instrumente eingeschränkt und es gibt keinen Notendruck oder umfangreiche Effekte wie in der Big-Version. Aber die Ausstattung ist praktikabel, die Qualität gut und der Preis für das gebotene absolut i.O.
Mehr Infos: www.m-audio.de
3. Alesis IO|2 - ca. 130 Euro
Kompakt, schick und durch sein Alu-Kleid recht robust ist das zweikanalige 24-Bit / 48 KHz Audio-Interface von Alesis das sich für Einzel-Aufnahmen oder "Nacheinander-Aufnahmen" der Band eignet. Es bietet 2x XLR Mikrofon-Eingänge mit 48V Phantomspeisung und 2x symmetrische 6,3 mm Klinken-Eingänge, mit denen auch Gitarrensignale verarbeitet werden können. Schön ist das Direct-Monitoring Feature bei dem du deine Aufnahme ohne Latenz 1:1 mithörst. Ebenso hilfreich ist das 4 Segment LED Meter zur Pegelanzeige für beide Kanäle sowie natürlich der obligatorische Kopfhörer-Anschluss. Cubase LE gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Das Teil gibt es echt schon lange am Markt und vielfach liest man Gutes - bis auf die nicht super-aktuelle Treiber-Unterstützung unter aktuellen OS.
Mehr Infos: www.alesis.de
4. Tascam US-144 - ca. 140 Euro
Schon lang am Markt, immer wieder gern verwendet und produktmäßig entsprechend gepflegt ist das Tascam US-144. Es bietet in seiner Preisklasse mehr Ein- und Ausgänge als viele andere Interfaces (2x XLR rein mit Phantomspeisung, 1x digital In & Out, 2x analoge Line-In, hochohmig für Bass, Midi-In/Out, Direct-Monitoring, pegelbare Kopfhörer-Buchse) und läuft unter Win Vista wie MAC OS. Das Gehäuse ist stabil, die Gummi-Rädchen zum regeln fein dosierbar, Cubase 4 LE gehört zum Paket. Alles in allem ein solider und ausgereifter Musik-Begleiter ohne Macken mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Mehr Infos: www.tascam.de
5. Lexicon Lambda Studio - ca. 150 Euro
Das Lambda Studio steht im Gegensatz zu den meisten liegenden Interfaces hochkant und ist mit Anschlüssen reichlich gesegnet. Statt der 8 Eingänge des Lexicon Omega (10 Euro mehr) bietet das Lambda Studio 6. Dazu gehören 2x XLR mit Phantomspeisung natürlich ebenso wie Midi In/Out und 2 analoge Line-Ins. Ebenso Direkt-Monitoring und ein regelbarer Kopfhörer-Ausgang sowie 4-Segment Pegelanzeigen für jeden Kanal. Cubase LE und das Pantheon Hall PlugIn runden das Angebot ab, unterstützt werden XP und Vista sowie MAC.
Mehr Infos: www.lexiconpro.com
6. M-Audio Fast Track Pro - ca. 155 Euro
Der kompakte Fast Track Pro von M-Audio lässt kaum Wünsche offen. Das kompakte Interface bietet zwar kein Metallgehäuse, dafür eine praktikabel Anordnung aller Elemente. Es zählt zu den ausgereiftesten und populärsten USB Audio-Interfaces bis 200 Euro und bietet viel Gegenwert fürs Geld: Hochwertige Wandler mit 24Bit/96kHz. 2x
Mic/Instrumenten-Vorverstärker mit Phantomspeisung, Midi In/Out, Direct-Monitoring, Kopfhörer-Ausgang (regelbar), digitale Koax Ein-/Ausgänge für Surround-Abmischungen bis hin zu den M-Powered Pro Tools und Kompatibilität mit der Digidesign Produktfamilie, dem Studio-Ausstatter schlechthin.
Mehr Infos: www.m-audio.de
7. Focusrite Saffire 6 USB - ca. 160 Euro
Viele schwören auf die 2 Preamps, die das stabile und 1 kg schwere Focusrite Saffire mitbringt,
das relativ frisch auf dem Markt ist (Sept 09). 2x XLR-In mit Phantomspeisung, 2x Analog-In, Midi In/Out, pegelbarer Kopfhörer-Eingang bis hin zum Direct-Monitoring und einem Balance-Regler für den Line-In und Monitor befinden sich an Bord. Darüber hinaus wird an Software das Focusrite Plug-in Suite und das Xcite+ Bundle mit Ableton Live Lite, Novations Software-Synthesizer Bass Station geboten sowie 1 Gigabyte an „Royalty-free“-Samples von Loopmasters und „Mike the Drummer“. Unterstützung für Mac OS, XP und Vista.
Mehr Infos: www.focusrite.com
8. Line 6 TonePort UX2 - ca. 189 Euro
Die TonePorts von Line 6 profitieren von den legendären Pod-Geräten und wenden sich mit der Gear-Box Software und den passenden Gitarren- und Bass-Presets besonders an besaitete Performer. Allerdings kannst du auch mit den 2 XLR Line-Ins mit Phantomspeisung, der Ableton Lite Software, analogen Pegelanzeigen, regelbarem Kopfhörer-Ausgang, regelbarem Monitor und 44,1 bis 48kHz bei 16- bis 24-Bit Aufnahme live und im Heimstudio eine Menge mehr anfangen. Mac sowie Windows OS werden unterstützt. Einziges Manko ist bei dem Peis das knirschige Plastik und das du bei der Einrichtung etwas Zeit mitbringen musst. Es wird viel Software mitgegeben, die erstmal upgedatet werden muss, registriert und freigeschaltet. Das klappt in der Regel reibungslos, braucht aber eben etwas bis du deine ersten Sounds aufnhemen kannst.
Mehr Infos: www.line6.de
9. Steinberg Ci2 - ca. 200 Euro
Gut gedacht und gemacht: Das Steinberg Audio Interface mit 24-Bit/48 kHz kommt mit der passenden Cubase Software und erleichtert in Kombination mit dem Interface den Einstieg enorm: Es gibt einen interaktiven Assistenten, der beim Recording hilft und einen interaktiven Recording-Modus für das Hands-Free-Recording. Du kannst ein Fußpedal einstöpseln. Die 2x Kombibuchsen nehmen Mics, Gitarren, Drums, Keyboards und auch gern alles gemischt entgegen. 2x analoge Line-Ins. Hi-Z Schaltung, Phantomspeisung bis hin zum Mixer für Line-In, Monitor ist dabei. Natürlich auch ein regelbarer Kopfhörer-Anschluss.
Mehr Infos: www.steinberg.net
10. Cakewalk UA-25 EX CW - ca. 200 Euro
Das UA-25 EX CW (Cakewalk / Roland) bietet an sich all das, was alle anderen hier vorgestellten USB Audio Interfaces zwischen 130 und 200 Euro auch anzubieten haben: 24bit/96kHz (dann nicht voll
duplex-fähig) Wandlung, 2 pegelbare XLR-Ins mit Phantomspeisung, 1x Hi-Z, Midi In/Out, Digital In/Out, pegelbarer Kopfhörer-Ausgang, Direct-Monitor. Aber es ist in einer Hinsicht auch eine löbliche Ausnahme: Es funktioniert unter MAC, XP, Vista und ... Linux! Ab dem Linux-Kernel 2.3 wird das Interface per PLug & Play erkannt und ist direkt einsatzbereit. Die Sample-Raten lassen sich per Schiebeschalter einstellen, ebenso wie sich das häufig auftretende Brummen beim Notebook-Betrieb per Schalter abstellen lässt.
Mehr Infos: www.cakewalk.com
11. Digidesign Mbox 2 mini - ca 250 Euro
Digidesigns MBox 2 Mini ist das gerngenutzte "mobile Zweitgerät" der Profis. Anschlüsse gibt es trotz oberer Preisklasse in diesem Vergleich eher wenige: 1x XLR mit Phantom-Schaltung, 2x analoge Line-Ins, pegelbarer Kopfhörer-Ausgang, ein Mixer für Monitor/Headphones. Dafür kriegst du aber den kleinsten Rolls unter den Audio-Interfaces mit der 1A-Audiosoftware Pro Tools LE. Die kleine Metallbx ist für den robusten Einsatz ausgelegt, die Potis feinfühlig. Dazu ergänzt sich bei MBox einfach das ganze Portfolio zu einem Ganzen. Nicht ganz so praktikabel ist der zwingende Dongle-Einsatz im mobilen Betrieb. Wer etwas mehr Anschlüsse benötigt, muss nen Hunderter mehr investieren und bekommt dann die ausgewachsene MBox 2 für 350 Euronen.
Mehr Infos: www.protools.de
Bezugsquellen und aktuelle Preise: thomann | musicstore (und jeder andere Musikshop natürlich)
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