Cajones werden in erster Linie, aber nicht ausschließlich mit der Hand gespielt. Im Blues verwendet man z.B. öfter auch Besen für den richtigen Sound. Kalango, Fachhändler für brasilianische Percussion vertreibt u.a. die handgefertigten Akangatide Brushes. Diese bestehen aus einem besonders haltbaren Bambusholz aus Kamerun und eröffnen weitere Spielmöglichkeiten und faszinierende Sounds. Der Test zeigt, wie gut sich die Brushes für verschiedene Stile und Cajones eignen.
Vier Varianten für 20 Euro
Den Vertrieb der Akangatide Brushes in Deutschland und Österreich hat der Percussion Shop Kalango übernommen, der freundlicherweise auch die Brushes zur Verfügung stellte. Im Gegensatz zu den erhältlichen Wire (Draht-) und Nylon-Brushes nehmen die „Ethno-Brushes“ von Akangatide eine Sonderrolle ein, die bereits in Optik und dem Material bestens zu Holz-Cajones passen. Erfunden hat die hölzernen Ruten übrigens Christian Bourdon.
Vier Varianten in unterschiedlichen Materialstärken und von verschiedener Flexibilität werden zum Paarpreis von knapp 20 Euro angeboten. Sie tragen jeweils den Namen eines bekannten Percussionisten und sind auf den ersten Blick am unterschiedlichen Muster des textilen Griffes zu unterschieden: Don Famularo und Jim Chapin sind dabei die flexibelsten Versionen, die sich mit ihren grasartigen bis mittelstark verholzten Strukturen prima zum Cajonspiel eignen. Etwas gröber und härter fallen Paco Sery und Will Cahoun aus, die sich mehr für rockige bis jazzige Stile eignen.
Die Brushes sind etwa 35 bis 40 cm lang und mit einem Gewicht von 50 bis 60 Gramm sehr leicht. Die Griffe sind jeweils mit Stoff ummantelt und am Ende nochmals mit Gummitüllen fixiert. Die Brushes vermitteln einen angenehm natürlichen Look und lassen sich ebenso angenehm spielen. Um die einzelnen Holzteile untereinander noch etwas mehr zu lösen oder auch zusammenzuhalten, verschiebt ihr einfache Gummiringe nach oben oder unten.
Für Zarte, nicht für Harte
Die Brushes sind mit ihrem Natur-Material ganz klar empfindlicher als Nylon-Besen. Wer damit spielen will, sollte sich daran gewöhnen, dass sich anfangs noch feine Grasteile lösen und zu Boden fallen. Nach etwas Eingewöhnung sind die Brushes dann gewissermaßen sauber gespielt und ihr könnt feine Nuancen spielen, ungewohnte Sounds einbauen und Dynamik ins Spiel bringen. Das macht richtig Spaß und sorgt bei euren Zuhörern ganz gewiss für Staunen. Aber bitte: Nicht wild drauf los kloppen! Wer hier nicht das richtige Spielgefühl entwickelt und sich mal verhakt oder gar an der Cajon-Kante hängenbleibt, bricht auch schnell was ab. Wer Naturbrushes spielen will, sollte sich darauf einstellen.
Meine persönlichen Favoriten sind die beiden feineren Varianten Don Famularo und Jim Chapin. Mit ihnen könnt ihr streichen, gedämpft spielen und gut betonte Akzente spielen, die Halme sind noch flexibel genug, um mit leichtem Nachdruck auch den Bass ordentlich klingen zu lassen. Die härteren Brushes sind eher für Klick-Sounds und diverse Variationen am oberen Cajonrand geeignet. Als Allrounder für die gesamte Schlagfläche kommen sie eher nicht in Frage. Getestet wurde auf insgesamt vier Cajones von Meinl, Schlagwerk und einer Eigenbau-Cajon.
Cajonmania Fazit:
Die weicheren Naturbrushes vermitteln ein schönes Spielgefühl und passen in ihrem Stil perfekt zu Cajones. Zwei der vier angebotenen Varianten (Don Famularo und Jim Chapin) sind eine gute Alternative zu Draht- oder Nylon-Besen und erweitern das Repertoire jedes experimentierfreudigen Percussionisten um zahlreiche Klangvariationen. Wer darüber hinaus Toms, Handtrommeln und weitere Schlaginstrumente bedient, kann sich mit allen Akangatide Brushes bestens austoben. Ihren Preis sind die Brushes in jedem Fall wert, auch wenn man sie etwas vorsichtiger handhaben sollte.
Mehr Infos: Kalango - brasilianische Percussion
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